31 Ağustos 2016 Çarşamba

Vergesst Nicht, Dass die Welt der Ort der Vorübergehenden Prüfung ist

Vergesst Nicht, Dass die Welt der Ort der Vorübergehenden Prüfung ist

Dieses irdische Leben ist ja nichts als ein Zeitvertreib und ein Spiel: Die jenseitige Wohnung aber ist das (wahre) Leben! Wenn sie es doch nur wüssten!
(Sure al-'Ankabut, 64))
Vergesst nicht, dass alles auf der Erde zu einem bestimmten Zweck erschaffen wurde. Es ist klar und deutlich, dass alles in euerer Umgebung einen Grund für seine Entstehung enthält. In gleicher Weise besteht für euch und alle Menschen ein Grund für euer Dasein auf Erden:
Der Tod und Leben schuf, um zu prüfen, wer von euch am besten handelt. Und Er ist der Erhabene, der Verzeihende.  (Sure al-Mulk, 2)
Wie dem obigen Vers zu entnehmen ist, schuf Gott die Menschen zum Leben und um sie zu prüfen; so siedelte er sie vorübergehend auf der Erde an. Das Leben setzt sich fort um die Leugner zu entlarven, die Menschen von dem Bösen zu bewahren und sie der Sitte des Paradieses zuzuführen. Das bedeutet also, dass die Erde ein Ort ist, an dem wir die Zufriedenheit Gottes gewinnen und ein Platz der Erziehung und Prüfung.
Gott machte deutlich, welche Grenzen die Menschen einzuhalten haben, welche Verhaltensweisen Ihn zufriedenstellen und was Ihn alles erfreut. Aufgrund seiner irdischen Verhaltensweisen wird der Mensch dementsprechend im ewigen Leben bestraft oder aber belohnt. So bringt uns also jede Sekunde unsers Lebens entweder dem Paradies oder der Hölle näher. Vergesst niemals, dass ihr auch in diesem Moment geprüft werdet, dass als Ergebnis dieser Prüfung euer unendliches Leben festgelegt wird und dass das Ende sehr nahe ist. Gott erinnerte Seine Diener in zahlreichen Versen an diese Tatsache und warnte sie folgendermaßen vor diesem Tag:
O ihr, die ihr glaubt! Fürchtet Gott! Und eine jede Seele habe auf das acht, was sie für morgen vorausschickt. Und fürchtet Gott! Gott weiß sehr wohl, was ihr tut (Haşr Suresi, 18)
Gott schützt die Menschen davor, sich dem flüchtigen und betrügerischen irdischen Schmuck zu verbinden. Denn weder Besitz noch Schönheit und Würde, also keinerlei irdisches Eigentum – solange es nicht zum Wohlgefallen Gottes verwendet wird – wird einem im Jenseits von Nutzen sein. Der Mensch wird in das Jenseits eingehen und alles, einschließlich seinen Körper, auf Erden zurücklassen. Der Körper in der Erde wird zerfallen, Eigentum und Wert mit der Zeit schwinden. Der Mensch selbst jedoch wird, ebenso wie alle anderen Menschen, ganz allein zur Befragung vor Unseren Herrn hintreten. Doch trotz dieser deutlich erkennbaren Tatsache taucht die großer Teil der Menschen in das Alltagsgeschehen ein und vergisst dabei Tod und Jenseits; sie glauben, dass das irdische Leben ihr gesamtes Leben darstellt. Im Quran wird die Psychologie dieser Menschen folgendermaßen aufgezeigt:
Sie aber sagen: "Es gibt nur unser irdisches Leben. Wir sterben und wir leben und nur der Zeitablauf macht uns zunichte." Sie haben davon aber kein Wissen; sie vermuten nur. (Sure al-Dschathiya, 24)
Doch es gibt eine wichtige Tatsache, die die Menschen stets vergessen; das irdische Leben ist sehr kurz. Stellen wir uns einen Menschen vor, der im Moment 30 Jahre alt ist. Fragen wir ihn, wie die 30 Jahre vergangen sind, wird er sagen “ich kann überhaupt nicht begreifen, wie schnell die Zeit verging”. Möchten wir, dass er von dem berichtet, was er in seinem Leben tat, dann wird er 30 Jahre höchstens auf ein paar Stunden zusammenfassen. Vor diesem Menschen liegen ebenfalls noch höchstens 30 Jahre und auch diese Zeit wird ebenso schnell vergehen, wie die Vergangenheit. Gott lenkte in zahlreichen Versen die Aufmerksamkeit auf die Kürze des irdischen Lebens und teilte mit, dass dies die Menschen im Jenseits offen eingestehen werden. Einige dieser Verse lauten folgendermaßen:
Und an dem Tage, an dem Er sie versammelt, wird es ihnen sein, als hätten sie nur eine Stunde des Tages verweilt und als kennten sich alle. Dann werden die verloren sein, welche die Begegnung mit Gott geleugnet hatten und nicht rechtgeleitet wären.(Sure Yunus, 45)
Und an dem Tage, an dem sich die (Letzte) Stunde einstellt, werden die Sünder schwören, dass sie nur eine Stunde (auf Erden) verweilten. So sind sie an (Selbst)täuschung gewöhnt.  (Sure ar-Rum, 55)
Damit sich die Menschen nicht voll Begierde an die Welt binden, schuf Gott neben den irdischen Schönheiten auch zahlreiche Abscheulichkeiten und breitete die Endlichkeit der Welt wieder und wieder vor deren Augen aus. Dies ist eines der Themen, über das ausführlich nachzudenken ist. Stellt euch folgendes vor: die schönsten Dinge und alles, was euch wertvoll erscheint, schwindet in kurzer Zeit, alle die, die ihr liebt, sterben nach und nach, die ansehnlichsten Menschen euerer Umgebung werden alt und eine Krankheit nach der anderen beginnt. Die glücklichsten Momente eueres Lebens, die Augenblicke, auf deren Eintreffen ihr ungeduldig gewartet habt, und auch die Momente großer Sorge gehören alle der Vergangenheit an und sind Geschichte. Dies wird auch in Zukunft so ablaufen und ihr werdet stets für die Zeitdauer eines Augenaufschlags geprüft werden. Diese Prüfung wird ich fortsetzen bis euch der Tod findet… Dann jedoch werdet ihr, ebenso wie alle Menschen, die jemals existiert haben, die vollkommene Gegenleistung für alle euere Taten erhalten und das endlose Leben wird dementprechend beginnen.
Doch der Mensch möchte nicht, dass die Momente von Glücks und Schönheit vorübergehen. Dies aber ist unmöglich, wie sehr man sich auf dieser rasenden Welt auch darum bemüht. Wie also erhaltet ihr das Begehrte? Das Paradies ist der einzige Ort, an dem der Mensch endlich mehr als das Erwünschte erhalten wird.
Vergesst nicht, dass der Ort, an dem ihr euere Wünsche ausleben werdet nicht die Welt ist; wenn ihr nämlich wirklich endlose Gottesgaben erleben möchtet, dann denkt daran, nicht im irdischen Leben hinter diesen herzulaufen, sondern euch ganz im Gegenteil für das Jenseits vorzubereiten.
Die Leugner, die sich nicht um diese Tatsachen sorgen, haben den abgeirrten Glaubens, dass das Leben mit dem Tod endet und bemühen sich darum, alle ihre Ziele in die kurze Zeit des Erdenlebens zu pressen. Sie versuchen alle Annehmlichkeiten und Freuden auf Erden zu erreichen. Die Sorge, mit dem Tode von allem beraubt zu sein, führt dazu, dass sie so weit wie möglich aus dem irdischen Leben Nutzen ziehen wollen. Doch dieser Eifer ist umsonst, die Welt ist in höchstem Maße mangelhaft. Nur im Paradies gibt es das unendliche Fließen des Schöneren; doch diese Gaben sind nur für die aufrechten Gläubigen, die Gott dienen. Die Leugner aber sehen von den Gaben nur das iridische Maß. Gott teilte folgendermaßen mit, dass diese Menschen im Jenseits dem Feuer übergeben werden:
Eines Tages aber werden die Ungläubigen dein Feuer ausgesetzt werden: "Ihr habt euer Guthaben in euerem irdischen Leben aufgezehrt und genossen. Heute werdet ihr für eueren grundlosen Stolz auf Erden mit der Strafe der Schmach belohnt und auch dafür, dass ihr Frevler wart." (Sure al-Ahqaf, 20)
Wie zu erkennen ist, ist keine Tätigkeit auf Erden von so großer Bedeutung wie die Rettung vor der Hölle. Ein Schüler arbeitet mit ganzer Kraft für den Schulabschluß, ein anderer um Geld zu verdienen und reich zu werden, und wieder ein anderer für Amt und Würden. Doch darf nicht vergessen werden, dass der Mensch den Tag des Schulabschlusses vielleicht nicht erlebt, oder stirbt bevor er das Geld ausgeben kann. Doch es gibt eine absolute Wahrheit, nämlich die, dass der Mensch am Tage der Religion vor Gott Rechnung ablegt.
Doch diejenigen, welche nicht erwarten, Uns zu begegnen, und die mit dem irdischen Leben zufrieden sind und sich darin aufgehoben fühlen und Unsere Botschaft nicht beachten - Ihre Herberge ist das Feuer, wegen dessen, was sie getan haben. (Sure Yunus, 7-8)
Gott setzt den Menschen Ereignissen wie Krankheit, Unfall und Altern aus, damit sie einen Grund zur häufigen Reue haben, Ratschläge annehmen und nachdenken; So zeigt Er für die Nachdenkenden, dass die Erde mit Mängeln behaftet erschaffen wurde und kein Ort ist, an den man sich bindet:
Sehen sie denn nicht, dass sie jedes Jahr einmal oder zweimal auf die Probe gestellt werden? Dennoch bereuen sie nicht und lassen sich nicht ermahnen (Tevbe Suresi, 126)
Wie in der Sure “… Ihr wollt die Güter dieser Welt, Gott aber will (für euch) das Jenseits…” (Sure al-Anfal, 67) mitgeteilt ist, erinnert Gott seine Diener daran, dass die Welt voller Mängel ist, um diese im Jenseits zu den schönsten Würden zu führen.
Vernachlässigt diese Ermahnungen nicht und vergesst auch nicht, dass es die unendliche Glückseligkeit erfordert, Gott zufrieden zu stellen. In einem Vers teilte Gott folgendermaßen mit, dass diejenigen das immerwährende Leben verlieren, die sich an das kurze irdische Leben binden:
Wer für das Jenseits säen will, dem wollen Wir seine Ernte mehren. Und wer für die Ernte der Welt säen will, dem geben Wir von ihr, doch am Jenseits soll er keinen Anteil haben. .(Sure asch-Schura, 20)
Und hefte deine Blicke nicht auf das, was Wir einigen von ihnen gewährten- den Glanz des irdischen Lebens - um sie damit zu prüfen; denn deines Herrn Versorgung ist besser und bleibender. . (Sure Taha, 131)
Gleichzeitig vergesst jedoch nicht, dass Gott die aufrichtigen Glaubenden, die von Ihm das Jenseits erbitten, auch auf Erden das schönste Leben leben läßt. Die Gläubigen erlangen sowohl auf Erden wie auch im Jenseits die Schönsten der Gaben:
Ihnen gilt die frohe Botschaft im irdischen Leben und im Jenseits. Gottes Verheißungen sind unabänderlich. Das ist die große Glückseligkeit! (Sure Yunus, 64)

Vergesst Nicht, Dass ihr Jeden Augenblick Sterben Könnt

Vergesst Nicht, Dass ihr Jeden Augenblick Sterben Könnt

Sprich: "Der Tod vor dem ihr flieht wird euch bestimmt einholen. Dann müsst ihr zu Dem zurück Der das Verborgene und das Offenbare kennt Und Er wird euch vorhalten, was ihr getan habt."
(Sure al-Dschumu'a, 8)
Seht euch in eurer Umgebung um, und ihr werdet erkennen, dass alle Menschen, euere Freunde und Verwandten, also jeder auf der Erde lebende Mensch ebenso sterben wird, wie der Mensch, der vor Milliarden von Jahren gelebt hat. Gott teilte diese Tatsache in dem Vers “Ein jeder wird den Tod erleiden.”(Enbiya Sure, 35) mit. Das Vergessen dieser Tatsache ist eine der größten Sorglosigkeiten, denen der Mensch verfallen kann. Niemals wird der Mensch über die Macht verfügen den Tod in die Ferne zu rücken und er wird zu unbekannter Zeit, an einem ihm unbekannten Ort aus irgendeinem Grund sterben.
Vergesst nicht, weder Jugend noch Alter, Schönheit oder Häßlichkeit, Reichtum oder Armut, weder Berühmtheit oder Würde konnten den Menschen bis heute vor dem Tod schützen.
Obwohl die Menschen dies sehr genau wissen, bemühen sie sich, möglichst wenig an den Tod zu denken, diesen zu vergessen und die gesamte Tatsache zu vernachlässigen. Doch dies ist nichts anderes als Selbstbetrug. Ob der Mensch nun daran denkt oder nicht, wir werden diese unabwendbaren Ereignisse immer erleben:
Und mit dem Todeskampf kommt die Wahrheit: "Das ist es, dem du stets entrinnen wolltest!"  (Sure Qaf, 19)
Beim Lesen dieser Zeilen könnt ihr vielleicht denken, dass der Tod nahe ist. Doch denkt einmal genauer über dieses unabwendbar stattfindende Ereignis nach; vielleicht wird euch der Tod antreffen noch bevor ihr das Buch in euerer Hand zu Ende gelesen habt. In diesem Fall vergesst niemals, dass der Tod euch näher ist als alle anderen Menschen.
Doch dem Tod muss nicht unbedingt eine Kette von Ereignissen vorausgehen. Gott schickt den Todesengel dem Menschen, dessen Todeszeit gekommen ist, und nimmt in diesem Augenblick dessen Seele. Dies kann geschehen noch bevor ihr von dem Stuhl aufsteht, auf dem ihr gerade sitzt. Ihr könnt auch dem Todesengel in dem Raum begegnen, in dem ihr euch gerade aufhaltet. Doch daran können auch euere Freunde oder die Familie, mit der ihr die Zeit verbringt, nichts ändern, sie können euch nicht vor dem Tod schützen. Vergesst nicht, dass Gott das Leben eines jeden Menschen, dem Er den Todesengel schickt, beenden kann, und diesen so zu Sich zurückholt.
Vielleicht besteht keine hohe Wahrscheinlichkeit, dass ihr gleich nach dem Lesen dieser Zeilen sterben werdet und der Gedanke an noch unbeendete Tätigkeiten gibt euch das Gefühl, dass der Tod für euch früh und unzeitgemäß ist. Doch es ist Gott, Der die Todeszeit festlegt, und der Mensch, dessen Todesstunde gekommen ist, begegnet diesem Ende, das in der Göttlichen Vorsehung festgelegt ist, zu der günstigsten Stunde und ohne auch nur eine Sekunde Verzögerung:
Aber Gott gewährt einer Seele niemals Aufschub, wenn ihr Termin gekommen ist. Und Gott ist mit dem, was ihr tut, wohlvertraut.  (Sure al-Munafiqun, 11)
Habt ihr nie darüber nachgedacht, wie sich euer Körper nach euerem Tod verändern wird?
Ohne Rücksichtnahme auf euere Schonheit oder eueren Reichtum wird euer steifer Körper in einem Raum eueres Hauses oder dem Leichenschauhaus aufbewahrt, dann in ein Leichentuch gewickelt und in einem engen Sarg im Leichenwagen zum Grab gebracht. Danach wird euer Körper auf den Grund einer Grube gelassen, die für euch geöffnet wurde und gut mit Erde zugedeckt. Euer Körper, der ein Haufen Knochen und Fleisch ist, wird nach kurzer Zeit zu verfaulen beginnen und riechen und zum Schluß wird nur ein Skelett als Knochenhaufen zurückbleiben. Vergesst nicht, dieser Tag wird sich ereignen und früher oder später wird euer Körper alleine unter der Erde zu liegen kommen.
Der Zustand des menschlichen Körpers nach dem Tod ist wahrlich ein abschreckendes Beipiel. Die Vorstellung von einem solchen Anblick – und sei es nur für ein paar Sekunden – ist für einen Menschen nahezu unerträglich. Habt ihr noch nie darüber nachgedacht, weshalb der menschliche Körper, der zu Lebzeiten stets ordentlich aussieht, nach dem Tod in einen solchen Zustand gerät? Dies ist ein nachdenkenswertes Thema. Denn die Tatsache, dass euer eigener Körper und auch derjenige der Menschen, die euch stets wertvoll waren, eines Tages verfault und riecht, wird euch sicherlich für einige Zeit daran hindern an die Welt zu binden und das Jenseits zu vergessen.
Doch trotz aller dieser Tatsachen berechnen die meisten Menschen in allen Einzelheiten ihren Gewinn an jedem irdischen Ereignis und vergessen dabei ganz, der Rechnung den Tod hinzuzufügen, die wichtigste Realität für sie selbst. Doch dies ist ein großer Irrtum. Bereitet man sich nämlich aufgrund dieses Irrtums nicht auf die Zeit nach dem Tode vor, dann ist dies Anlaß für endlose Qualen. Was der Mensch aber eigentlich zu tun hat, ist, niemals seine Sterblichkeit zu vergessen, und auf Erden Tätigkeiten zu unternehmen, die Gott wohlgefallen. Unser Herr, Der von endloser Gerechtigkeit und Liebe ist, teilte jedem eine Zeit zu, in der er Ratschläge erhalten kann. Diese Zeitspanne ist jedoch auf das irdische Leben begrenzt. Das bedeutet also, dass das aufrichtige Wiedergutmachen von Fehlern nur auf der Erde möglich ist. Mit dem Tode verschwindet die Möglichkeit der Wiedergutmachung und die endlose Reue beginnt:
Und darin werden sie schreien: "O unser Herr! Nimm uns heraus! Wir wollen rechtschaffen handeln, nicht wie wir zuvor gehandelt hatten." Gewährten Wir euch denn kein langes Leben, so dass jeder, der sich ermahnen lassen wollte, sich hätte besinnen können? Und der Warner kam (doch auch) zu euch. So kostet (die Strafe); denn die Missetäter haben keinen Helfer . (Sure al-Fatir, 37)
Vergesst nicht, dass es sich bei dem Tod niemals um ein Verschwinden handelt; mit dem Tod endet nicht alles, wie oft angenommen wird. Ignoranz besteht nicht, wie viele Menschen denken, aus einem süßen und enlosen Schlaf. Mit dem Tod beginnt das eigentlich und unendliche Leben einer Person, also ein Leben, das entsprechend dem irdischen Leben geformt und unmöglich geändert werden kann. Der Tod ist für diejenigen Glück und Rettung, die ihr Leben entsprechen dem Wohlgefallen Gottes gestalteten. Für diejenigen jedoch, die sich von Gott abwandten ist es der Beginn der absoluten Zerstörung und der Katastrophe.
Auf der Erde läßt Gott die Menschen viele Ereignisse erleben, die diesen über den Tod und das Jenseits nachdenken lassen. Für Menschen, die Ratschläge annehmen können, sind diese Erinnerungen ein Grund dafür, über ihr Leben und die Ereignisse in der Umgebung ernsthaft nachzudenken und unter verschiedensten Blickwinkeln zu betrachten. Gleichzeitig ist es aber ein großer Verlust, diese Warnungen Gottes zu übersehen. Auch darf nicht vergessen werden, dass diejenigen, die vor einem starben - genauso wie alle Menschen - in einem unerwarteten Moment dem Tode begegneten, als sie vielleicht gerade aßen oder überlegten, wohin sie am nächsten Tag gehen sollten.
Wenn dem so ist, dann vergesst nicht, dass ihr euch mit aller Kraft um das Jenseits bemühen müsst, bevor ihr den Moment des Todes erlebt.
Gott teilt uns im Quran folgendermaßen mit, dass der Tod nicht hinausgezögert werden kann und berichtet von der Reue eines Menschen, dessen Todesstunde gekommen ist:
Und spendet von dem, was Wir euch gaben, bevor zu einem von euch der Tod kommt und er ruft: "O mein Herr! Wenn Du mir nur für eine kleine Weile Aufschub gewähren wolltest, so würde ich Almosen geben und so zu einem der Rechtschaffenen werden!" Aber Gott gewährt einer Seele niemals Aufschub, wenn ihr Termin gekommen ist. Und Gott ist mit dem, was ihr tut, wohlvertraut.(Sure al-Munafiqun, 10-11)

Vergesst Nicht, Dass der Jüngste Tag und der Tag der Abrechnung Stattfinden Wird

Vergesst Nicht, Dass der Jüngste Tag und der Tag der Abrechnung Stattfinden Wird

Und weil die Stunde zweifellos kommt, und weil Gott alle in den Gräbern auferweckt
(Sure al-Hadsch, 7)
Haltet einen Augenblick inne und blickt auf euere Armbanduhr; jede vergangene Sekunde bringt euch jenem Tag näher, an dem ihr vor Gott hintreten und Rechnung ablegen werdet. Dabei wisst ihr nicht, wieviel Zeit euch noch auf Erden bleibt. Doch die für euch festgelegte Zeit wird sehr wohl kommen und mit großer Wahrscheinlichkeit werden die Engel euere Seele genau dann holen, wenn ihr es nicht erwartet; dann werdet ihr euch dem Jüngsten Tag gegenübersehen. Von einem Moment auf den anderen werden alle euere Tätigkeiten auf Erden bedeutungslos und ihr erkennt, dass nur Frömmigkeit und der Wohlgefallen Gottes von Bedeutung sind.
Wenn dem nun so ist, dann vergesst nicht – solange ihr noch Gelegenheit dazu habt – euch darauf vorzubereiten, dass alle irdischen Güter bedeutungslos werden, und dass alle Menschen, die bis heute geschaffen wurden, von ihren angestammten Orten weggenommen und eingesammelt wurden um vor Gott Rechnung abzulegen.
An jenem Tag werden die Taten eines jeden, der gelebt hatte dargelegt, ohne dass etwas ausgelassen wird; diejenigen, die Gutes taten, werden die vollkommene Gegenleistung erhalten, diejenigen jedoch, die Schlechtes begingen, werden sich weit weg von ihren bösen Taten wünschen. Die Menschen werden einzeln und alleine vor Gott hintreten und ohne die geringste Ungerechtigkeit ihr Urteil erfahren.
Es ist eine große Sorglosigkeit, wenn diejenigen, die für ihre eigenen Interessen leben, die Erinnerung an den rasch näherkommenden Tag der Rechenschaft weit von sich schieben. Im Quran wird diese Tatsache folgendermaßen mitgeteilt:
Die Zeit ihrer Abrechnung nähert sich den Menschen, aber in ihrer Achtlosigkeit wenden sie sich davon ab. Keine Ermahnung ihres Herrn erreicht sie je, ohne dass sie sie nur voll Spott anhören. (Sure al-Anbiya, 1-2)
Vergesst ja nicht, dass jener große Tag der Rechenschaft näher kommt und ihr vor Gott vernommen werdet.
An jenem Tag werden – ohne etwas auszulassen – alle einzelnen Taten des Menschen vorgelegt. Dank seines endlosen Erinnerungsvermögen wird Gott den Menschen mit jeder Verhaltensweise und jedem Gedanken konfrontieren, auch den, den der Mensch bereits vergessen hat. Der Quran teilt schließlich auch mit, dass alle Taten des Menschen schriftlich aufbewahrt werden:
Und alles, was sie tun, ist in Büchern festgehalten. Und alles, ob klein oder groß, ist aufgezeichnet (Sure al-Qamar, 52-53)
Die Menschen sind vergesslich, doch Gott vergisst nie und irrt niemals; aus diesem Grund können diejenigen nicht entkommen, die auf der Welt Böses verursachten. Ein Mensch mag sich nicht daran erinnern, dass er vor 10 Jahren ein Wort aussprach, das Gott nicht gefiel, oder ihm ein aufrührerischer Gedanke durch den Kopf ging. Doch am Tag der Abrechnung wird ihn Gott diesem Wort und diesem Gedanken gegenüberstellen:
Sprich: "Ob ihr verbergt, was in eueren Brüsten ist oder es kundtut, Gott weiß es. Er weiß, was in den Himmeln und was auf Erden ist; und Gott hat Macht über alle Dinge." An dem Tage, an dem jede Seele vorfinden wird, was sie an Gutem und was sie an Bösem getan hat, wird sie wünschen, dass zwischen ihr und ihm eine große (zeitliche) Entfernung wäre. Und Gott warnt euch vor Sich Selber. Doch Gott ist überaus gütig gegen Seine Diener(Sure Al Imran, 29-30)
An dem Tage, an welchem Gott alle auferweckt und ihnen vorhält, was sie getan haben. Gott hat darüber Rechnung geführt, wenn sie es auch vergaßen; denn Gott ist Zeuge aller Dinge. (Sure al-Mudschadala, 6)
Vergesst nicht, dass Gott, der Zeuge von allem ist, Der niemals vergisst und Der sich niemals irrt, an jenem Tag alle unsere Taten aufzeigt.
Sicherlich empfindet der Mensch ein Entbehren-müssen und eine nicht wieder gut zu machende Reue bei all den Verhaltensweisen, die er sein Leben lang an den Tag legte und dabei vergaß, dass er vor Gott Rechnung ablegen wird. Ohne Zweifel wiegt kein Vergessen so schwer und ist so gefährlich. Vergesst auch ihr niemals diese Tatsache, die das endlose Leben des Menschen so sehr gefährdet. Denn dies ist der größte Fehler, der dem Menschen gegenüber Unserem Herrn unterläuft. In einem Vers befahl Gott folgendermaßen:
... Denjenigen aber, welche von Gottes Weg abirren, wird strenge Strafe zuteil, weil sie den Tag der Abrechnung vergaßen . (Sure Sad, 26)
Damit die Menschen auf der Hut sind befinden sich im Quran zahlreiche datailierte Beschreibungen zur Erinnerung an jenen schweren Tag des Jüngsten Gerichtes. Der Tag des Jüngsten Gerichtes ist der Tag, an dem jegliche materielle Existenz vergeht und vernichtet wird. Gott teilte mit “Dieser Tag wird ein schwerer Tag sein, Kein leichter für die Ungläubigen!” (Sure al-Muddaththir, 9-10)
Der Jüngste Tag beginnt mit dem Moment des ersten Einblasens des Bewußtseins. Die Menschen, die gleich beim ersten Erdbeben auf der Straße übernachten, werden sich einer Erschütterung gegenüber sehen, die auch unbewegte Berge in Stücke zerfallen läßt. Jenen Tag beschreibt Gott im 6. Vers der Qamar Sure folgendermaßen: “... An dem Tage, an dem der Rufer zu etwas Unvorstellbarem ruft”
An diesem Tag wird ein nie gesehener und nie gehörter Schrecken herrschen, der alles und alle umfasst. Die Meere werden nicht benutzbar sein (Sure at-Takwir, 6), der Himmel wird wie geschmolzenes Metall (Mearic Sure, 8), die Sterne werden bedeckt und das Licht verloschen sein (Mürselat Sure, 8), der Mond wird sich verdunkeln (Sure al-Qiyama, 8-9), der Himmel sich auftun und Tore sich öffnen (Sure an-Naba’, 19), Berge werden ausgerissen und hingeworfen, (Sure al-Mursalat, 10) und wie zerpflückte farbige Wolle sein (Sure al- Qari’a, 5) und die gesamte Erde wird ohne irgendeine Erhebung bleiben (Sure Taha, 107).
Wird dem Bewußtsein ein zweites Mal eingeblasen, beginnen die Menschen mit der Auferstehung und werden zusammengebracht um Rechnung abzulegen. Die Verse berichten folgendes:
Und da wird in die Posaune gestoßen, und schon werden alle in den Himmeln und auf Erden ohnmächtig, außer denen, welche Gott davon ausnimmt. Dann wird noch einmal hineingestoßen, und siehe, sie erheben sich und erkennen. Und die Erde wird im Lichte ihres Herrn leuchten. Dann wird das Buch vorgelegt. Dann werden die Propheten und die Zeugen gebracht und wird zwischen ihnen in Wahrheit entschieden. Und es wird ihnen kein Unrecht geschehen. (Sure az-Zumar, 68-69)
Die Leugner werden an jenem Tag mit vor Schreck und Schande gesenkten Augen aus ihren Gräbern hervorkommen wie die auseinanderstrebenden Heuschrecken, und ihre Hälse dem Rufer entgegenstrecken. ... "Dies ist ein schlimmer Tag!" (Sure al-Qamar, 8) werden sie rufen. Und diejenigen, die glauben, dass Gott sie nicht herbestellt hat um Rechnung abzulegen ,werden keinen Ort finden, an dem sie sich verstecken können. Denn auch sie befinden sich zum Schluß vor Unserem Herrn, dem einzigen Ort, den sie erreichen werden.
Auch diejenigen, die glauben, in einem Schlaf zu liegen, der so tief ist, dass er bis in die Endlosigkeit des Todes reicht und von dem sie nicht glauben aufzuerstehen, werden einsehen, dass der Jüngste Tag gekommen ist und erkennen, dass die an sie ergangene Warnung der Tatsache entspricht:
Sprechen werden sie: "Werden wir wirklich in unseren früheren Zustand zurückgebracht? Selbst wenn wir verweste Gebeine waren?"(Sure an-Nazi'at, 10-11)
Sie werden rufen: 'Wehe uns! Wer hat uns aus unserem Schlaf geweckt? Das ist es, was der Erbarmer vorausgesagt hatte, und die Gesandten hatten doch die Wahrheit gesprochen!" (Sure Ya Sin, 52)
Am Versammlungsort der am Jüngsten Tag Auferstandenen werden schließlich die Gläubigen von den Leugner getrennt. In den Versen wird folgendermaßen davon berichtet, dass sich die innere Freude auf den leuchtenden Gesichtern der Gläubigen wiederspiegelt, die Gesichter der Leugner jedoch von Dunkelheit überzogen sind:
Manche Gesichter werden an diesem Tage leuchten. Und zu ihrem Herrn aufschauen. Andere Gesichter werden an diesem Tage finster blicken, Ahnend, dass ihnen ein Unglück zustößt.. (Sure al-Qiyama, 22-25)
Diejenigen, die bereits während ihres irdischen Lebens verstanden, dass sie zur Rechenschaft gezogen werden und die für das irdische Leben das jenseitige Leben erkauften, erhalten ihr Buch in die rechte Hand. Verhielten sie sich stets zum Wohlgefallen Gottes, dann sind sie so entspannt, dass sie an jenem Tag zu den Umstehenden sagen “nehmt mein Buch und lest”; im Gegenzug werden sie in ein wohlgefälliges Leben, das heißt ins Paradies eingehen.
Diejenigen aber, die ihr Buch in die linke Hand bekommen, empfinden eine unbeschreibliche Reue und Schuld, weil sie lebten und dabei den Tag der Abrechnung vergaßen. Derjenige, dessen Buch ihm in die Linke gegebene wird, wird sagen: ... "O dass mir doch mein Buch nicht gegeben worden wäre Und ich nie gewusst hätte, wie es um meine Rechnungslegung steht!” (Sure al-Haqqa, 25-26) Wie in den Versen ausgedrückt ist, erwartet diesen eine “beklemmende Zeit”; die Gesichter sind “in Schande gesenkt”, sie selbst “von Staub bedeckt” und “von einer Dunkelheit umgeben und umfasst”. Gott wird solche Menschen “auf ihren Gesichtern, blind, stumm und taub” auferwecken.
In der Taha Sure wird berichtet, was diejenigen sagen werden, die ihre Gesichter von dem Gedenken an Gott abwandten, und die am Jüngsten Tag als Blinde auferweckt wurden:
Fragen wird er: "O mein Herr! Warum hast du mich blind auferweckt, wo ich vorher doch sehen konnte?" Er wird sprechen: "So sei es! Zu dir kam Unsere Botschaft, doch du hast sie missachtet. So wirst du heute missachtet!" (Sure Ta Ha, 125-126)
Wenn ihr also am Tage der Abrechnung nicht in die gleiche Situation kommen wollt, dann vergesst nicht, dass ihr euer Leben lang Gott zufriedenstellen müsst.
Ihr sollt wissen, dass dieser Tag ein Tag sein wird, an dem alle, bis auf diejenigen, die von Gott ausgenommen sind, also alle an Himmel und auf Erden vor Angst vergehen werden; die Sünder werden einander beschuldigen und die Ungläubigen unglücklich sein. Nur diejenigen werden sich an diesem Tag vor der Angst in Sicherheit fühlen, die während ihres gesamten irdischen Lebens den Befehlen Gottes gerne gehorchten. Wie sorglos und unvorbereitet der Mensch in seinem irdischen Leben gegenüber der Existenz des Jüngsten Gerichtes auch war, so groß wird die Angst sein, die ihn dann ergreift. In den Versen erinnert Gott die Menschen folgendermaßen an die Angst an jenem Tag:
O ihr Menschen! Fürchtet eueren Herrn! Denn das Beben der Stunde ist etwas Gewaltiges. An dem Tage, an dem ihr es sehen werdet, wird jede Stillende ihren Säugling vergessen und jede Schwangere eine Frühgeburt haben. Und du wirst die Menschen wie betrunken sehen, obwohl sie nicht betrunken sind. Aber Gottes Strafe ist (nun einmal) streng. (Sure al-Hadsch, 1-2)
Vergesst nicht, an einem solchen Tag wird der Freund nicht nach seinem Freund fragen, niemand wird sich freundschaftlich verhalten und helfen. Die Menschen werden liebend gern ihre Nächsten als Lösegeld geben um vor den Qualen gerettet zu werden; doch dies wird nicht als Gegenleistung akzeptiert:
Obgleich sie sich sehen. An diesem Tage möchte sich der Sünder gerne von der Strafe loskaufen mit seinen Kindern, Seiner Ehefrau und seinem Bruder Und seiner Verwandtschaft, die ihn aufgenommen hatte, Und mit jedem auf Erden, wenn es nur seiner Rettung diente. Aber nein! Es ist eine Flamme. (Sure al-Ma'aridsch, 11-15)
Es gibt also kein Mittel, mit dem die Menschen ihr Schicksal abwenden, und keinen Platz, an den sie sich flüchten könnten. An jenem Tag wird der Mensch nachdenken und sich der Warnungen erinnern, die an ihn ergangen sind, aber das Erinnern wird keinerlei mehr Nutzen haben:
Er hatte sicherlich unter seinen Leuten fröhlich gelebt. Wahrlich, er dachte nie daran, dass er (zu Gott) zurückkehren muss. Aber nein! Sein Herr durchschaute ihn.(Sure al-lnschiqaq, 13-15)
Am Tag des Jüngsten Gerichtes werden empfindliche Waagen aufgestellt und keine menschliche Seele wird ungerecht behandelt. Wenn es auch nur etwas Gutes von der Größe eines Senfkornes gibt, wird es zur Waage gebracht. (Sure al-Anbiya, 47) Derjenige befindet sich in einem wohlgefälligen Leben, dessen Waageschale schwerer wiegt,. Wessen Waageschale jedoch leichter ist, dessen Ort wird die Hölle sein. (Sure al-Qari’a, 6-11) Die Verse lenkten folgendermaßen das Interesse auf diese Tatsache:
An diesem Tage werden die Menschen einzeln hervorkommen, um ihre Werke zu sehen. Und wer Gutes (auch nur) im Gewicht eines Stäubchens getan hat, wird es sehen. Und wer Böses (auch nur) im Gewicht eines Stäubchens getan hat, wird es sehen.(Sure az-Zalzala, 6-8)
Vergesst nicht, dass jener Tag ein Tag sein wird, an dem weltlichen Ämter, Titel, Güter und Kinder keinerlei Bedeutung mehr besitzen werden. An diesem Tag werden die Menschen lediglich entsprechend ihren guten und schlechten Taten getrennt. Alle Menschen werden gefragt, ob sie Gott dienten, Der sie erschuf. An dem Tag, an dem nichts verschwiegen bleiben wird, verfügt niemand mehr über die Kraft, einen Fehler ungeschehen zu machen:
An dem Tage, an dem die Geheimnisse geprüft werden. Da wird er ohne Kraft und ohne Helfer sein. (Sure at-Tariq, 9-10)
Alle Sünden, aller Schmutz und Bosheit, alles was ihnen durch Kopf und durch die Herzen ging wird einzeln und vor allen aufgezeigt. Diejenigen, die das größte Vergehen mit dem Verleugnen Gottes, Der sie erschaffen und am Leben gehalten hat, auf sich geladen haben, werden am Tag der Abrechnung erniedrigt und in bemitleidenswerter Weise ihr Urteil erwarten:
Wehe an diesem Tag den Leugnern! Dies ist der Tag, an dem sie kein Wort herausbekommen, Da ihnen nicht erlaubt wird, sich zu entschuldigen. Wehe an diesem Tag den Leugnern! Das ist der Tag der Entscheidung, an dem Wir euch und die Früheren versammeln. Und habt ihr einen Plan, dann setzt ihn jetzt um. Wehe an diesem Tag den Leugnern! (Sure al-Mursalat, 34-40)
Für die Gläubigen wird jedoch die Abrechnung leicht sein. Vor der Angst am Tag des Jüngsten Gerichtes werden sie in Sicherheit sein und das Paradies voller grenzenloser Gaben erlangen entfernt von den Qualen des endlosen Feuers erlangen.
Ihr sollt wissen, dass auch ein Mensch ohne Religion daran denken muss, dem oben beschriebenen Tag zu begegnen. Es ist ziemlich unlogisch wenn ein Mensch sagt “ich glaube nicht, deshalb werde ich diesen Tag nicht erleben”. Denn auch wenn dieser Mensch ungläubig ist, hat er doch seiner eigenen Logik zufolge eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit, diesen Tag zu erleben. Denkt man jedoch an die Einzelheiten des Jüngsten Gerichtes und die Höllenqualen, dann muss dieser Mensch auch bei einer nur einprozentigen Wahrscheinlichkeit von Panik erfasst werden und sich um Rettung vor diesen Tag bemühen.
Überdies bringt uns jede vergangene Stunde dem Tod und dem Moment näher, an dem wir, wie oben beschrieben, zur Rechenschaft gezogen werden. Diese Ende ist für jeden Menschen unumgänglich. Vergesst nicht, dass den Leugnern - wie in dem Vers “Oftmals werden die Ungläubigen wünschen, Muslime gewesen zu sein.” (Sure al-Hidschr, 2) mitgeteilt wurde, mit großer Sehnsucht Muslim sein zu wollen. Über diese Menschen entschied Gott folgendermaßen:
Kostet denn (die Strafe) dafür, dass ihr die Begegnung mit diesem euerem Tag vergessen habt. Fürwahr, jetzt vergessen Wir euch. Kostet denn die ewige Strafe für euer Tun!  (Sure al-Sadschda, 14)

Vergesst Nicht, Dass die Leugner in die Hölle, den Ort der Qualen Gelangen

Vergesst Nicht, Dass die Leugner in die Hölle, den Ort der Qualen Gelangen

... "Wahrlich, Ich will die Hölle allesamt mit Dschinn und Menschen füllen."
(Sure al-Sadschda, 13)
Die Hölle ist für diejenigen ein ewiges Land der Qualen, die Gott verleugnen und ein leichtsinniges Leben führen. Tatsache ist, dass die Erde, mit der diejenigen eng verbunden sind, die nicht ans Jenseits glauben, auf jeden Fall verschwinden wird, die Hölle jedoch von endloser Dauer ist. Die Gruppen von Menschen, die Gott als “Leute des Feuers” bezeichnet, werden endlos in der Hölle bleiben. Sie werden auf keinen Fall fliehen können und die Qualen werden ihresgleichen suchen:
An diesem Tage wird keiner strafen wie Er. (Sure al-Fadschr, 25)
Und was lässt dich wissen, was das Höllenfeuer ist? Nichts lässt es übrig und nichts verschont es. Es versengt die Haut (Sure al-Muddaththir, 27-29)
Unter den Menschen gibt es den falschen Glauben, dass man eine Weile in der Hölle blieben und dann ins Paradies eingehen kann. Aber eine der schrecklichsten Eigenschaften der Hölle liegt darin, dass die Qualen niemals ein Ende nehmen und deren Verlassen niemals möglich ist. Der Quran drückt folgendermaßen aus, dass diejenigen, die einem solchen falschen Glauben anhängen, einem kollosalen Irrtum unterliegen:
Und sie sagen: "Das Feuer wird uns nur während abgezählter Tage berühren." Sprich: "Habt ihr mit Gott einen Vertrag darüber gemacht? Dann wird Gott Sein Versprechen niemals brechen. Oder sprecht ihr über Gott, was ihr nicht wisst?" Nein, wer Übles erworben hat, und wen seine Sünde gefangen hält die werden Bewohner des Feuers sein und ewig darin verweilen. Wer aber glaubt und das Rechte tut, die werden Bewohner des Paradieses sein und werden ewig darin verweilen (Sure al-Baqara, 80-82)
Siehe, die Hölle liegt auf der Lauer Als Aufenthalt für die Maßlosen, Darin für lange Zeit zu verweilen. (Sure an-Naba', 21-23)
Ein Ausweg aus der Hölle ist (ohne Gottes Wunsch) absolut unmöglich. Wenn also alle schuldigen Sünder die Hölle betreten haben, werden deren Tore geschlossen und das Feuer wird auf alle Ewigkeit über die Leugner ausgegossen:
Diejenigen aber, die Unsere Botschaft verwerfen, das sind die Gefährten der Linken. Über ihnen schlägt ein Feuer zusammen. (Sure al-Balad, 19-20)
Vergesst ja nicht, dass ein Mensch, der die ihm zugeteilte beschränkte Zeit auf Erden sinnlos verstreichen läßt, für alle Zeiten in der Hölle bleibt und zu Recht diese Qualen hinter den ewig verschlossenen Türen erleidet.
Die Qualen, die hinter verschlossenen Türen gelebt werden sind auf der Erde unvorstellbar. Wie uns im Quran mitgeteilt wurde, ist die Hölle ein enger, lauter, dunkler Ort voller Qualm. Es ist die letzte Endstation, an der eine Hitze herrscht, die die Zellen kochen läßt, in der ekelerregende Getränke und Speisen gereicht und in der die Qualen in den kleinsten Einzelheiten dargestellt werden. Das Leben in der Hölle ist zu jedem Moment volle vielseitiger Folterqualen. Das Auge dessen, der sich in der Hölle befindet, wird die schrecklichsten und abscheulichsten Anblicke sehen, sein Ohr wird die entsetzlichsten und schmerzerfülltesten Stimmen, ein Heulen, Lärmen, Schreie, Jammern und Rufe vernehmen, seine Nase wird mit den ekligsten und schmutzigsten Gerüche angefüllt, seine Zunge wird die scheußlichsten Geschmäcker schmecken und er selbst die unerträglichsten Schmerzen fühlen; gleichzeitig wird sein gesamter Körper brennen und versengen.
Die Gesichter der Höllenbewohner sind im Feuer verborgen, über ihre Köpfe wird kochendes Wasser gegossen und ihre Stirnen, Flanken und ihr Rücken werden von heißen Eisen gebranntmarkt. Alle diese Qualen setzen sich ohne Erleichterung und Verzögerung endlos fort.
Flammende Feuer werden die Menschen von allen Seiten umgeben. Gott teilt mit, dass die Kleidung derjenigen, die in der Hölle sind, aus Feuer besteht und ihre Anzüge aus Teer sind (Sure Ibrahim, 50). Damit macht Er deutlich, wie sehr die Qualen sie umgeben. Anstelle der verbrannten Haut wird neue erschaffen (Sure an-Nisa, 56), so dass der vom Feuer verursachte Schmerz sich ohne Erleichterung fortsetzt. In diesem Zustand werden die Menschen in Ketten geschlagen und, die Hände im Nacken festgebunden, in die engste und bedrängendste Stelle des Feuers geworfen. (Sure al-Furqan, 19) Betten werden aus Feuer erschaffen und auch das Bettzeug wird aus Flammen bestehen.
Eine ganze Weile werden sie schreien und jammern um von dieser Qual befreit zu werden, doch sie werden nicht einmal eine Antwort erhalten. Sie werden wünschen, wenigsten für einen Tag leichteren Qualen ausgesetzt zu sein, doch besteht die Antwort wieder nur aus Erniedrigung und Qual.
Das lodernde Brennen des Höllenfeuers ist von weitem an seinem Brüllen erkennbar. Die Bewohner der Hölle werden in das „wild brennende“ (Sure al-Ma'aridsch, 15) und „lodernde Feuer“ (Sure al-Lail, 14) geworfen und verbrennen schreiend.
Erinnert euch daran, dass ihr sogar dann einen heftigen Schmerz empfindet, wenn ihr euch nur die Fingerspitze verbrennt. Vergesst deshalb niemals, auch von der allerkleinsten Verhaltensweise Abstand zu nehmen, die die Wahrscheinlichkeit des Eintritts in die Hölle impliziert.
Auch in der Hölle werden die Menschen, die dort ein endloses Leben führen, hungrig und durstig. Doch als Antwort auf ihr irdisches Verhalten und ihr undankbares Wesen erhalten die Menschen, die auf diese Weise ins Jenseits eingehen, lediglich den Oleanderbaum und Getreidespelzen als Nahrungsmittel (Sure al-Ghadschiya, 6). Als Getränk gibt es nichts außer Eiter und kochendem Wasser. (Sure an-Naba’, 24-25) Doch werden sie weder Essen noch Trinken schlucken können (Sure al-Muzzammil, 13). Überdies sättigt die in der Kehle steckenbleibende Nahrung nicht (Sure al-Ghadschiya, 7).
 Sie werden dem Feuer entfliehen wollen, aber keinen Ausgang finden; denn nach dem Eintritt in die Hölle gibt es keine Rückkehr. Die Menschen werden die Gewalt nicht ertragen können und wünschen, tot zu sein. Doch die Menschen dort werden weder sterben, noch auferstehen; der Tod wird von allen Seiten kommen, aber sie werden nicht sterben. (Sure Ibrahim, 17) Die Qualen der Menschen in der Hölle werden nicht nachlassen und sie werden nicht beschützt.
Das Feuer der Hölle tötet nicht, es bereitet nur Schmerzen. Angesichts des Wissens, dass die Qualen bis in alle Ewigkeit andauern, empfinden die Menschen völlige Ausweglosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Zerstörung. Eine weitere Seite der Qualen besteht darin, dass die Gesichter verbrannt werden, die auf Erden Wertschätzung, Hochmut, Erniedrigung und Stolz ausdrückten. Denn das Gesicht ist das Körperteil, an dem Schmerz am heftigsten empfunden wird, weil es über alle Sinnesorgane verfügt.
Am Tage, an dem ihre Gesichter im Feuer gewendet werden, werden sie sagen: "O wenn wir doch Gott gehorcht hätten und dem Gesandten!" Sure al-Ahzab, 66)
Verbrennen wird das Feuer ihre Angesichter, und ihre Lippen werden sich dort verzerren. (Sure al-Mu'minun, 104)
Wenn ihr also nicht wollt, dass euer Gesicht im Feuer gewendet wird, dann vergesst nicht den Zweck eueres irdischen Daseins und denkt daran, dass ihr euch der Hölle gegenüber sehen werdet, wenn ihr nicht den Wohlgefallen Gottes gewonnen habt.
Doch neben den bisher erwähnten physischen Qualen werden die Menschen in der Hölle auch eine Reihe von geistigen Qualen wie Erniedrigung, grobe Behandlung, Bloßstellung, Reue und Ausweglosigkeit erleben. Hochmütige, die sich rühmen nicht zu Gott zu beten, werden die Hölle als Erniedrigte betreten. Auf der Erde stolz Umherlaufende werden Gott im Jenseits erniedrigt anflehen. Sie werden einen solchen Nachteil erleben und so erniedrigt und in Schimpf und Schande leben, dass sie ihre Köpfe nicht mehr erheben können.
Packt ihn und schleift ihn mitten in die Flammen der Hölle. Dann gießt die Qual des siedenden Wassers über sein Haupt. Koste! Du warst doch angeblich der Mächtige, der Edle! Das ist es nun, worüber ihr in Zweifel wart!" (Sure ad-Dukhan, 47-50)
An diesem Tage werden sie in das Feuer der Hölle gestoßen. (Tur Sure, 13)
In einem anderen Vers befiehlt Gott folgendermaßen bezüglich des Eintritts der Leugner in die Hölle „Dann werden sie kopfüber hineingeworfen, sie und die Verirrten.“ (Sure asch- Schu'ara', 94).
Ein jeder wird an jenem Tag seine Sünden bekennen. Wie in den Versen mitgeteilt wurde, werden sie sagen "Hätten wir nur zugehört und Verstand gehabt, wären wir nicht unter den Bewohnern der Feuersglut." (Sure al-Mulk, 10), ... "Ach, dass wir doch zurückgebracht würden. Wir würden dann die Botschaft unseres Herrn nicht mehr der Lüge zeihen und würden gläubig sein!" (Sure al-An'am, 27), ... "O wenn wir doch Gott gehorcht hätten und dem Gesandten!" (Sure al-Ahzab, 66). An jenem Tag werden sie streiten, einander verfluchen und für die Qualen des anderen beten.
Von den Bewohnern des Paradieses werden sie Wasser und Nahrung verlangen, doch dies ist ihnen verboten. Wenn sie Hilfe von dort erwarten, „... dann soll ihnen mit Wasser wie flüssigem Erz geholfen werden, das ihre Gesichter röstet...“ (Sure al-Kahf, 29)
Diejenigen, die sich in der Hölle befinden, werden Gott versprechen .."O unser Herr! Nimm uns heraus! Wir wollen rechtschaffen handeln, nicht wie wir zuvor gehandelt hatten." ... (Sure al-Fatir, 37) Doch sind dies alles hoffnungslose Bemühungen ohne Ergebnis, die das zu erwartende Ende des Menschen nicht ändern können.
Vergesst also auf keinen Fall den Vers, der sagt: Hört auf eueren Herrn, bevor ein Tag kommt, der gegenüber Gott nicht abzuwenden ist. Kein Asyl gibt es für euch an diesem Tag und kein Ableugnen. (Sure asch-Schura, 47)

Ihr sollt wissen, dass Gott, der mit Gerechtigkeit herrscht, allen Menschen auf der Erde einschließlich euch, einen Warner schickte, und denjenigen ausreichend Lebenszeit zugeteilt hat, die bereit sind Ratschläge anzunehmen. Deshalb gibt es auch für Menschen, die Gott als "Tyrannen" bezeichnete, keinen Helfer im Jenseits (Sure al-Fatir, 37) Es ist eine unverrückbare Tatsache, dass die Menschen an jenem Tag mit nichts anderem konfrontiert werden, als mit dem bitteren Ende ihres Tuns auf Erden.
Dies ist also die Hölle, die Gott Seinen Dienern noch zu Lebzeiten und ein Leben lang beschrieb und vor der Er auf verschiedenen Wegen warnte und versuchte Furcht zu erwecken. Auf Erden gibt es niemanden, der nicht vor der Hölle gewarnt und in Furcht und Schrecken versetzt wurde, und der ohne Nachricht von den Qualen ist. Gott teilte uns die Reue mit, die die Menschen an jenem Tag empfinden werden. In den Versen ist folgendermaßen befohlen:
Und an diesem Tage die Hölle herangebracht wird - an diesem Tage möchte der Mensch die Ermahnung annehmen. Aber was nützte ihm dann noch die Ermahnung? Dann wird er rufen: "O wenn ich doch für mein (künftiges) Leben etwas vorausgeschickt hätte!" (Sure al-Fadschr, 23-24)
So vergesst auch ihr nicht, dass kein Erinnern mehr nützt, wenn jener Tag gekommen ist, und dass die Hölle nicht ein Jahr, auch nicht Tausend oder eine Million Jahre oder sogar eine Trillion Jahre dauert, und dass deren Verlassen auf Ewigkeit unmöglich ist.

Vergesst Nicht Zu Gott Zu Beten

Vergesst Nicht Zu Gott Zu Beten

Ruft eueren Herrn in Demut und im Verborgenen an. Siehe, Er liebt die Maßlosen nicht. Und stiftet auf Erden kein Verderben, nachdem in ihr Ordnung herrscht. Und ruft Ihn an in Furcht und Verlangen. Siehe, Gottes Barmherzigkeit ist denen Nähe, die Gutes tun
(Sure al-A'raf, 55-56)
Vergesst nicht, dass Gott euer Herr ist, ebenso wie Er der Herr aller Menschen ist, dass Gott der größte Freund und Unterstützer eueres Lebens ist und dass ihr zuerst alles von Gott erbitten sollt.
Das Gebet ist eine der wichtigsten Andachtsübungen, die den Menschen Gott in ehrlicher Weise näherbringt. Alle Menschen benötigen das Gebet, das untrennbar und natürlich mit dem Leben der Gläubigen verbunden ist; für andere Menschen ist das Gebet ein Weg der Rettung, an den sie sich erinnern, wenn sie in großen Schwierigkeiten stecken und sich Lebensgefahr gegenübersehen. Ein Gebet, das lediglich aufgrund eines persönlichen Interesses ausgesprochen wird, braucht nicht unbedingt Gehör bei Gott finden. Denn die eigentliche Schönheit liegt ja darin, zu jeder Zeit Hilfe von Gott zu erbitten, also sowohl wenn man in Schwierigkeiten steckt, als auch in der Zeit der Entspannung. Denn eine betende Person hat verstanden, dass sie schwach Unserem Herrn gegenüber ist und ihre Kraft nur dann etwas erreicht, wenn es von Gott erbeten wird.
Mit dem Gebet geht auch das Sich-Überliefern an Gott einher. Ein betender Mensch hat also bei problematischen wie auch angenehmen Ereignissen Gott zu seinem Anwalt bestimmt, den Schöpfer des Universums und dessen Herrscher. Für den Gläubigen ist es eine Quelle des Vertrauens, wenn er weiß, dass er sich beim Lösen oder Abwenden eines Problems auf Gott, den Besitzer von jeglicher Allmacht im Universum stützen kann, wenn er Gott bei allen Tätigkeiten zu seinem Anwalt macht und nur zu Ihm betet.
Doch muss an dieser Stelle auf ein Mißverständnis eingegangen werden. Denn betet man bei allen Tätigkeiten zu Gott, so ist das nicht gleichbedeutend mit tatenlosem Sitzen und Abwarten. Der Mensch muss wissen, dass alles, was geschieht unter der Kontrolle von Gott steht und er infolgedessen beruhigt leben kann; gleichzeitig jedoch muss er die Lösungswege in bester Weise befolgen, die Gott ihm zeigte. Betet eine Person wirklich aufrichtig zu Gott, dann muss sie auch das tatkräftige Gebet ausführen um Seinen Regeln zu befolgen. Das tatkräftige Gebet bedeutet hier, all das zu tun und noch viel mehr, was erforderlich ist, damit ein jeglicher Wunsch dieser Person in Erfüllung geht. So ist es zum Beispiel ein tatkräftiges Gebet, wenn ein Kranker zum Arzt geht, Medikamente einnimmt und zur Genesung seine Gesundheit schont. Gleichzeitig wünscht der Kranke in einem wörtlichen Gebet Genesung von Gott. Tatkräftiges Gebet und wörtliches Gebet sind also die grundlegenden und erforderlichen Andachtsübungen.
Vergesst nicht, dass euer Gebet aufrichtig ist und sich, von einem inneren Bedürfnis getragen, an Gott richtet. Denn Gott ist dem Menschen näher als seine Halsschlagader, Er weiß und hört alles. Ein Gebet ist auch der einfachste Weg, sich an Gott zu wenden. Denn auch nur ein einziger Gedanke im Menschen bleibt nicht verborgen. Doch die meisten Menschen sind nicht bewußt, dass Gott der Zeuge aller Gebete und Wünsch ist. Sie glauben, dass Gott beim Gebet nur manches hört, anders nicht hört, oder - wenn Er es hört - keine Antwort gibt. Dieser Gedanke ist jedoch völlig falsch. Gott ist Zeuge eines jeden Gedankens im Menschen, eines jeden Wunsches, den dieser ausspricht und Er beantworte diese. Im Quran wurde diese Tatsache folgendermaßen ausgedrückt:
Und wenn dich Meine Diener nach Mir fragen, siehe, Ich bin Nähe. Ich will dem Ruf des Rufenden antworten, sobald er Mich ruft. Doch auch sie sollen Meinen Ruf hören und an Mich glauben; vielleicht schlagen sie den rechten Weg ein. (Sure al-Baqara, 186)
Vergesst also nicht, dass nur denken für den Menschen bereits ausreicht, um einen Wunsch an Gott zu richten. So einfach ist es also Gott zu erreichen, Unseren Herrn.
Der Mensch ist seiner Schöpfung entsprechend ein ungeduldiges Wesen. Aus diesem Grund teilte Gott im Quran dem Menschen diese seine spezielle Seite mit„Der Mensch ist ein ungeduldiges Geschöpf. Wahrlich, Ich werde euch Meine Zeichen noch zeigen, aber lasst sie Mich nicht beschleunigen.“ (Sure al-Anbiya, 37) Die Ungeduld des Menschen kann sich manchmal auch in den Gebeten niederschlagen. Wie wir oben mitteilten, möchte der Mensch eben gerne sofort eine Antwort auf sein Gebet.
Doch ihr müsst auch wissen, dass es Gott ist, der weiß, was für euch am besten ist. Hiervon berichtet Er den Menschen in einem Vers: „... Aber vielleicht verabscheut ihr etwas, das gut für euch ist. Und vielleicht liebt ihr etwas, das schlecht für euch ist. Gott weiß, ihr aber wisst (es) nicht.“ (Sure al-Baqara, 216) Wenn der Mensch sich also etwas von Gott wünscht, muss er es Ihm überlassen und geduldig und unter allen Bedingungen zufrieden warten. Vielleicht seid ihr nicht glücklich, wenn ihr euch etwas im Gebet gewünscht habt und Gott es euch nicht gibt. Vielleicht ist es auch notwendig, dass ihr eine gewisse Reife benötigt um dieses Glück zu erreichen und ihr deshalb eine Weile ausgebildet werden müsst. Aber vielleicht verleiht euch Gott eine andere Wohltat, die noch mehr Glückseligkeit enthält, und Er möchte euere Geduld und Treue auf die Probe stellen. In der Baqara Sure teilte Gott folgendermaßen mit, dass man im Gebet Geduld braucht:
Und nehmt euere Zuflucht zur Geduld und zum Gebet. Siehe, dies ist fürwahr schwer, außer für die Demütigen (Sure al-Baqara, 45)
Vergesst nicht, dass Geduld im Gebet den Gläubigen reifen läßt und er so seinen Willen und Charakter stärkt. Als Gegenleistung auf das Gebet nimmt er einen tiefen vergeistigten Zustand ein, der wertvoller ist, als die meisten der Wünsche.
Menschen jedoch, die Gott nicht in der erforderlichen Weise würdigen, zweifeln daran, dass Er die Gebete beantwortet. Ein Gläubiger dagegen weiß, dass Gott ihm beim Beten zuhört und jedes Gebet in welcher Weise auch immer annimmt. Denn die Ereignisse geschehen nicht unabhängig und zufällig, der Gläubige ist sich bewußt, dass diese sich entsprechend einer, von Gott festgelegten Vorherbestimmung entwickeln. Aus diesem Grund zweifelt er auch nicht daran, dass sein Gebet unbeantwortet bleibt. Vergesst nicht, Beten an Unseren Herrn befreit von Zweifeln über die Hilfe Gottes; vertraut im Glauben an die Entsprechung des Gebetes in jedem Fall auf Gott. Denn Gott möchte, dass Seine Diener Ihm nahe sind. Für Gott, der euch nur aus einem Tropfen Wasser und das Universum aus dem Nichts erschuf, ist es ein Leichtes, euerem Gebet zu entsprechen. Alles was ihr machen müsst, ist im Glauben und mit Geduld zu wollen.
Die Besonderheit des Gebetes besteht darin, dass sie eine besondere Verbindung zwischen Gott und Seinem Diener herstellt. Der Mensch legt sein ganzes Leid und alle seine Wünsche vor Gott dar, er bittet Ihn inständig; Gott ist derjenige, Der das Gebet erhört und dieses annimmt. Aus diesem Grund zwang der Quran dem Gebet auch keine Form auf. Der Vers „... gedenkt Gottes, sei es stehend, sitzend oder liegend...“ (Sure an-Nisa, 103) zeigt, dass der Mensch in jeder Situation und unter jeder Bedingung und ohne eine bestimmte physische Bewegung auszuführen sich an Gott erinnern und zu Ihm beten kann. Denn wichtig ist nicht die Form, sondern die Aufrichtigkeit der Person...
Es gibt auch keinen bestimmten Ort für das Gebet. Vergesst nicht, dass ihr überall beten könnt, zum Beispiel beim Einkaufen, auf der Straße, im Auto, in der Schule und am Arbeitsplatz. Wichtig ist allein, dass ihr eueren Verstand von allen leeren Gedanken reinigt und euere Nähe zu Gott fühlt.
Vergesst nicht, dass ein Leben ohne Gebet wertlos vor Gott ist. In der Sure al-Furqan im 77. Vers werden die Menschen mit folgenden Worten gewarnt: Sprich: ... "Mein Herr kümmert sich nicht um euch, solange ihr Ihn nicht anruft..." Solange sich der Mensch seiner Dienerschaft bewußt ist, kann er vor Gott an Wert gewinnen. Deshalb ist es notwendig, dass er sich zu Gott hinwendet, seine Fehler vor Gott eingesteht und nur von Gott Hilfe erwartet. Jede andere Verhaltensweise dagegen bedeutet, sich Gott gegenüber wichtig zu machen; im Quran teilt Gott mit, dass die Strafe hierfür die endlose Hölle ist.
   Vergesst niemals, dass Gott der Barmherzigste aller Barmherzigen ist. Gott sagt im Quran, dass Er demjenigen verzeiht, ohne dessen Sünde besonders zu betrachten, der von Ihm Vergebung für einen begangenen Fehler bittet (Sure an-Nisa, 110). Deshalb solltet auch ihr beim Beten an die beschützenden und verzeihenden Eigenschaften Gottes denken und in Hoffnung an Ihn beten.
   Auch wenn bei einem Fehler, den ihr gemacht habt, euere Gewissensqual noch so groß, so gibt es doch niemals einen Grund, die Hoffnung auf die Vergebung Gottes aufzugeben. Parallel dazu soll aber der seelische Zustand, in dem sich ein Mensch befindet, der einen Fehler oder eine Sünde begangen hat, diesen nicht daran hindern, in Hoffnung zu beten. Denn der Quran spricht davon, dass nur die Ungläubigen die Hoffnung auf das Erbarmen Gottes aufgegeben haben:
... Und verzweifelt nicht an Gottes Erbarmen. Siehe, an Gottes Erbarmen verzweifeln nur die Ungläubigen." (Yusuf Sure, 87)
Auf der anderen Seite sollt ihr aber auch nicht vergessen, dass es für niemanden eine Garantie gibt, „für das Paradies bestimmt“ zu sein. Niemand kann vor der Bestrafung Gottes sicher sein. Aus diesem Grund muss der Mensch im Gebet einerseits die Barmherzigkeit Gottes erhoffen, muss aber andererseits auch fürchten, Seinen Wohlgefallen zu verlieren. Wie intensiv er auch um das Erreichen des Paradieses betet, so intensiv muss er um Rettung vor der Hölle beten. Das heißt also, er muss sich vor der Hölle fürchten um Hoffnung auf Erreichen des Paradieses zu haben. Eine Person, die die Größe Gottes fühlt, sich vor Dessen Strafe fürchtet und Dessen Wohlgefallen gewinnen möchte, wendet sich mit einem, von Herzen kommenden, aufrichtigen und wahren Ausdruck an Gott. In gleicher Weise eröffnet eine Person, die sich Gott überliefert und auf Ihn als Freund und Helfer vertraut, jegliche Bedrängnis und allen Leid vor Unserem Herrn. Ebenso wie Seine Heiligkeit Yakub sprach ... "Siehe, ich trage meinen Kummer und Gram nur zu Gott, und ich weiß von Gott, was ihr nicht wisst. (Sure Yusuf, 86), berichtet er Gott von allen Bedrängnissen und Wünschen und bittet um jegliche Hilfe und um Gutes.
Doch vergesst nicht, dass Gebete, die sich nur auf weltliche Güter beziehen, eine große Unaufrichtigkeit gegenüber Gott sind. Das eigentliche Ziel der Gläubigen ist das Paradies. Gott gibt denjenigen die Welt, die nur die Welt wollen, doch können diese Personen ihre Erwartungen im Jenseits nicht erfüllt sehen. In einem Vers berichtet Gott folgendermaßen davon:
... Unter den Leuten sagen einige lediglich: "Unser Herr, gib uns Gutes in dieser Welt!" Sie sollen am Jenseits keinen Teil haben. Andere unter ihnen sprechen: "Unser Herr, gib uns im Diesseits Gutes und im Jenseits Gutes und hüte uns vor der Strafe des Feuers." Diese sollen ihren Anteil haben, ihrem Verdienst entsprechend, und Gott ist schnell im Rechnen.  (Sure al-Baqara, 200-202)
Eine der herausragenden Besonderheiten der Menschen ist, dass sie in einer Situation voller Bedrängnis alles zur Seite legen und zu Gott beten und, wenn die Bedrängnis vorüber ist, Gott vergessen, als hätten sie nie gebetet. Sie betrachten Gott also als die „letzte Möglichkeit“. Im Quran wird dieses undankbare Verhalten folgendermaßen geschildert:
Aber wenn dem Menschen ein Unglück widerfährt, ruft er Uns an, liegend, sitzend oder stehend. Haben Wir aber sein Unglück von ihm fortgenommen, macht er weiter, als hätte er Uns gegen das Unheil, das ihm widerfahren war, gar nicht angerufen. So wird den Maßlosen ihr Verhalten scheinbar verlockend gemacht. (Sure Yunus, 12)
Er ist es, der euch zu Land und See reisen lässt. Wenn ihr auf den Schiffen seid und sie mit ihnen bei gutem Wind dahineilen und sich dessen freuen, erfasst sie plötzlich ein Sturmwind, und Wogen überdecken sie von allen Seiten, so dass sie glauben, rings umschlossen zu sein. Da rufen sie Gott in lauterem Glauben: "Wahrlich, wenn Du uns hieraus errettest, sind wir Dir gewiss dankbar!" Wenn Wir sie jedoch gerettet haben, üben sie auf Erden wieder Gewalt aus, ohne jede Rechtfertigung. O ihr Menschen! Euere Gewalttätigkeit richtet sich doch nur gegen euch selbst. Ihr genießt das irdische Leben ja nur im Nießbrauch. Dann ist euere Heimkehr zu Uns, und Wir werden euch eröffnen, was ihr getan habt. (Sure Yunus, 22-23)
Im Leben des Menschen gibt es keinen Augenblick, in dem er nicht Gott benötigt. Vergesst deshalb nicht zu beten, wie es Gott in einem Vers ausdrückte„Und gedenke deines Herrn in deinem Herzen in Demut und Furcht und ohne laufe Worte, am Abend wie am Morgen. Und sei keiner der Achtlosen.“ (Sure al-A'raf, 205). Auch sollt ihr nicht vergessen, dass die unendlichen Höllenqualen das Ende derjenigen sind, die nicht zu Gott beten. In einem Vers wird von dieser Tatsache folgendermaßen berichtet:
Und jene, welche spenden, was immer sie spenden, mit zagendem Herzen, im Gedanken daran, dass sie zu ihrem Herrn zurückkehren werden (Sure al-Mu'minun, 60)